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Female Innovation Forum 2021

Female Innovation Forum 2021 – Drei Gedanken von Previon

Zum 4. Mal ging im Zürcher Dielsdorf das Female Innovation Forum über die Bühne und ist wohl jetzt schon der schweizweit wichtigste Netzwerk-Event für Frauen der Gründerinnen-Szene. Das Motto lautete auch dieses Jahr: «Make ideas bigger better faster stronger together.» Previon durfte wieder zwei spannende Gründerinnen-Workshops betreuen.
Datum
Autor
Usha Trepp

Neuer Award «Social Innovator of the Year» 

Das diesjährige Programm bestand aus fünf Keynotes, fünf Gründerinnen-Workshops und einer Award Night mit drei verschiedenen Auszeichnungen. Der Award «Female Innovator of the Year» ging an Melanie Gabriel. Mit ihrem Start-up «Yokoy» hat sie innert kürzester Zeit 50’000 Kund:innen KI-basiert von der mühsamen Spesenabrechnung befreit. Den «Recognition Award» erhielt Sabine Wildemann für ihre Geschäftsidee des «Kids Circle», einer Online-Kinderbetreuung für Eltern im Homeoffice oder in der Schichtarbeit. Schliesslich wurde zum ersten Mal der Award «Social Innovator of the Year» verlieren. Dieser ging an Schwester Ariane vom Verein Incontro. Seit Beginn der Corona-Pandemie setzt sie sich mit Lebensmittel-Paketen, Sprachkursen und vielem mehr unermüdlich für marginalisierte Menschen an der Zürcher Langstrasse ein. 

Angela Fioroni, Ranja Weisskopf und Usha Trepp durften Previon am Female Innovation Forum vertreten. Wir haben ein paar Gedanken zusammengefasst. 

Make ideas bigger better faster stronger together.

1. «Innovation ist ein Erkenntnisprozess»

Herausgestochen ist der Beitrag von Dr. Teresa Mandl und Helen Yuanyuan zum Thema «Innovation in turbulenten Zeiten: das Morgen neu denken». Die beiden Referentinnen zeigten, dass Innovation weit über die Weiterentwicklung von Produkten hinausgeht. Während viele Unternehmen dazu neigen, in Krisen ihren Fokus und damit auch das Budget vom Thema Innovation wegzulenken, raten die beiden Unternehmerinnen zum Gegenteil. Strategisch gilt es, folgende Punkte anzupacken: 

  • Neue Routinen und Kontext-Bewusstsein entwickeln: Die besten Überlebenschancen haben diejenigen Unternehmen, die ihre Praxis immer wieder an der aktuellen Marktsituation ausrichten. 
  • Wahrgenommene Kontrolle erhöhen: regelmässig die Bedürfnisse und Erwartungen der Kund:innen ermitteln und – ähnlich wie bei Schiffbrüchigen – folgende Überlebensregeln befolgen:
  1. Unnötiges Lamentieren tief halten und positive Emotionen kultivieren
  2. Ruhe bewahren
  3. Neue Routinen aufbauen 
  4. Regeln 1-3 bieten wieder mehr Sicherheit, um Entscheidungen zu treffen. 
  • Und schliesslich Innovation weg vom Produkt lenken: Innovation ist kein reiner Wachstumstreiber, sondern ein Erkenntnisprozess.
     

«Innovation weg vom Produkt denken»

2. Der Product-Market-Fit als Erfolgsfaktor

Man kann es nicht oft genug betonen: Bei der Gründung eines Start-ups ist es essenziell, ein echtes Bedürfnis im Markt aufzugreifen (siehe dazu unseren Event-Bericht zu «Start the Talk». Strom-abwärts schwimmt es sich eben leichter. Zwei der Gründerinnen am Female Innovation Forum 2021 haben ein Produkt mit einer enormen Sogwirkung im Markt lanciert:

  • Das Start-up Yokoy nimmt einem die Spesenabrechnung mittels einer KI-basierten Software ab. Gründerin Melanie Gabriel wurde das Produkt schon vor der Investorensuche regelrecht aus den Händen gerissen. 
  • Gründerin Sophie Eisl hat ein einfaches Wärmepflaster entwickelt, das hält was es verspricht, nämlich Frauen von Bauchkrämpfen während der Periode zu befreien. Auch dieses Produkt hat von Anfang an eine Market-Pull Dynamik entwickelt und innert weniger Monate konnte das Start-up enorm wachsen und expandiert bereits ins Ausland. 
     

3. Es braucht mehr Frauen in der Gründer:innen-Szene

Trotz all der Erfolge, die wir am Female Innovation Forum feiern durften: In der Start-up Szene sind Gründerinnen immer noch untervertreten. Gerade mal rund 30 Prozent der neu gegründeten Firmen in der Schweiz haben mindestens eine Frau im Gründer:innen-Team. Ernüchternd ist die Bilanz auch bei den Finanzierungen: Laut dem Harvard Business Review haben weiblich geführte Start-ups 2020 nur 2.3% der Venture Capital Gelder erhalten. Events wie das Female Innovation Forum leisten ihren Beitrag, um Frauen zum Gründen und Investieren zu ermutigen sowie Gründerinnen zu unterstützen, zu würdigen und sichtbar zu machen.

 

Quelle Titelbild: Female Innovation Forum/Tomek Gola