Da wir zurzeit am Redesign unserer eigenen Website sind, bietet sich eine passende Gelegenheit für unsere Web Designer, sich Gedanken und Eindrücke der Trends 2017 im Webdesign mit euch zu teilen. Wie mit allen Trends gibt es solche, die sich durchsetzen und solche, welche nur eine kurze Verweildauer aufweisen. Ein Beispiel aus den vergangenen Jahren ist das Hamburger Menu-Icon, welches zuerst als nicht eindeutig erkennbar abgestempelt wurde und zu heftigen Diskussionen führte. Heute hat sich das Icon, trotz anfänglichem Gegenwind, bewährt und wurde zu einem intuitiven und unverkennbaren UI-Element für jeden Designer und User.

Ein weiterhin sehr relevanter Trend sind Card-Designs. Die zuerst von Pinterest eingeführten Karten bieten dem User einen schnellen Überblick und ermöglichen ein einheitliches Designkonzept. Zudem sind sie optimal für ein heutzutage notwendiges, responsive Webdesign. Auch Split-Design wird vermehrt Einsatz im Webdesign finden. Der Grund ist dafür: es bietet gleichzeitig zwei Wahlmöglichkeiten ohne die eine zu priorisieren, wie bei einem vertikalen Layout üblich.

Die Ladezeit auf Mobile Webseiten führen uns zum nächsten Trend. Die Ladezeiten sollten so gering wie nur möglich ausfallen. Das Stichwort hier ist «Lazy Loading», dabei werden Inhalte erst geladen, wenn der User zum entsprechenden Inhalt scrollt. Der grosse Vorteil dabei ist, dass datenschwere Websites nun schneller laden und der User keine Wartezeit – und damit Möglichkeit eines Wegklickens – erfährt. Im Gegensatz zu Ladesymbolen kann der User an Ladeprozess live teilnehmen und abschätzen, wie schnell Inhalte geladen werden. Die verkürzte Ladezeit kann zudem auch für das SEO ein Vorteil sein.

Das «Lazy Loading» Topic wird vor allem darum interessant, weil Webdesign in der Zukunft lebendiger und interaktiver wird und damit auch an Datenmenge gewinnt. Die User Interaktion mit dem Inhalt und der Gestaltung steht im Vordergrund. Der User soll auf dem Mobile, wie auch auf dem Desktop Gerät, in die Story der Website eintauchen und sich intuitiv durchnavigieren. Ansätze für die interaktiven und animierten Momente sind Fullscreen Videos oder Cinemagraphs (animierte statische Bilder, mit sich wiederholenden Bewegungen), aber auch Microinteractions. Dies sind einzelne Interaktionen mit einem Design-Element (z.B. das Smartphone entsperren, ein Klick auf einen Button oder ein Fenster schliessen). All diese Aktionen haben einen Einfluss auf die Wahrnehmung vom Inhalt der Website und werden in Zukunft häufiger zu sehen und zu erfahren sein.

Micromoments

(Micromoments am Beispiel der App Trillia von Platform)

Grafisch können wir uns auf vermehrte Individualität der Grafiken und Bildstyles freuen. Um sich aus der Masse hervorzuheben, ist es notwendig, vermehrt auf originelle und individuelle Inhalte zurückzugreifen und sich nicht bei Stockbilder-Plattformen zu bedienen. Eine Alternative zu Fotos sind Illustrationen, welche eine optimale Ergänzung zum Textinhalt sind und so dem User komplexe Inhalte visuell einfach vermitteln.

Was in den vergangenen Jahren ebenfalls stark thematisiert und auch verwendet wurde, ist das Flat Design. Durch seinen simplen und minimalistischen Look erfreut es sich auch weiterhin grosser Beliebtheit. Der Grafikstil kommt ohne Dreidimensionalität und Tiefe aus, aber genau diese Attribute wurden mit zunehmendem Gebrauch von Smartphones kritisiert. Mit «Google Material Design» startete Google in der Vergangenheit eine Weiterentwicklung und versah die weiterhin simplen und konsequent gestalteten Grafikelemente mit Schatten, Farbabstufungen und Highlights. Wir können davon ausgehen, dass wir im Jahr 2017 wieder mehr Tiefe im Webdesign und im Corporate Design zu sehen bekommen.

Abschliessend kann festgestellt werden, dass die Umgebung im Internet interaktiver und lebendiger wird. Somit soll der Besuch einer Website für den User ein Erlebnis sein und vor allem ein sehr schnelles. Es wird vermehrt eine natürliche Interaktion zwischen dem Gerät und dem Benutzer gesucht und angestrebt, was eine Auseinandersetzung mit Chatbots, Artificial Intelligence Systemen, Virtual Reality oder sprachgesteuerten Devices vorantreibt.