"Meilenstein": Drupal veröffentlicht Version 7.0

Nach fast drei Jahren Entwicklungszeit ist die siebte Version des Content Management Systems Drupal erschienen. Die komplett überarbeitete Struktur von Drupal 7 erleichtert das Erstellen und Entwickeln von Webseiten für Endanwender und Entwickler. Auch große Unternehmen profitieren.

"Die Verbesserung der Usability war eines unserer Kernziele für Drupal 7," sagt der Gründer von Drupal, Dries Buytaert (Woburn, USA). Das quelloffene CMS ist ein vielseitiger Baukasten, mit dem nahezu jede Webseite realisiert werden kann - von der einfachen Homepage über öffentliche Verwaltung (z.B. Das Weiße Haus), Corporate Sites (z.B. AOL) bis hin zu komplexen web 2.0 Plattformen (z.B. The Economist). Die neue Version erleichtert die Konfiguration des CMS. Drupal 7 wurde um entscheidende Funktionen erweitert, durch die Benutzer, Entwickler und Unternehmen Zeit und Ressourcen sparen.

Einfacher Einstieg für Erstnutzer

Noch nie war die Handhabung von Drupal für den Endanwender so einfach: verglichen zum Vorgänger ist Version 7 intuitiver bedienbar. "Anwender suchen primär nach Lösungen, die einfach und funktional sind", davon ist Dries Buytaert überzeugt. Deshalb beauftragte die Drupal-Community eigens Experten, die auf Grundlage von Usertesting zentrale Bereiche der Benutzeroberfläche überarbeiteten. Neben der Navigation vereinfachte das Team das Bearbeiten von Inhalten und die Verwaltung von Bildern und Dateien. Drupal 7 wurde außerdem um 50 Standardmodule erweitert, so dass mehr Zusatzfunktionen wie die automatische Bildbearbeitung gleich enthalten sind. Auch der Installationsprozess für zusätzliche Funktionen wurde drastisch vereinfacht: Neue Module können ab sofort per Klick auf einen Link direkt über die Benutzeroberfläche hinzugefügt werden.

Weniger Arbeit für Entwickler

Ein Grund für die Flexibilität von Drupal ist das Lego-ähnliche Baukastensystem: Über frei wählbare Felder (z.B. für Text, Video oder Audio) lassen sich eigene Inhaltstypen beliebig zusammensetzen. In Drupal 7 wurde das vormals als Content Construction Kit (CCK) bekannte Feldersystem in die Kerninstallation integriert und weiter ausgebaut (es heißt jetzt "Field Module"). Daneben wurden die Programmierschnittstellen (API) erweitert. Entwickler können mit weniger Aufwand noch flexibler in das System "einhaken" und individuelle Anpassungen vornehmen. Auch Standard-Aufgaben wie Update-Prozesse wurden weiter vereinfacht, so dass Programmierer sich auf die Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen für ihre Auftraggeber konzentrieren können.

Lohnenswert für Unternehmen

Große Unternehmen wie Ebay, Procter & Gamble oder Der Springer Verlag (Die Zeit, Die Welt) setzen zunehmend auf Drupal, um komplexe Projekte umzusetzen. Drupal 7 kommt diesem Trend entgegen und verbessert die Performance und Skalierbarkeit speziell für große Webseiten. Durch die optimierte Anbindung an externe Datenbanken ist Drupal 7 zudem leichter integrierbar in bestehende Unternehmensstrukturen. Auch der Code ist stabiler und besser getestet als in den Vorgängerversionen: Nach fast drei Jahren Entwicklung ist Drupal 7 die bisher zuverlässigste und sicherste Version.
 
Hier sind die 10 wichtigsten Neuerungen im Überblick:
 
1. Interface: Eine neu strukturierte Benutzeroberfläche ermöglicht den direkten Zugang zu Bearbeitungsseiten und vereinfacht häufige Aufgaben. Zeit sparende Neuerungen sind z.B. das Dashbord, eine Admin-Toolbar, vertikale Tabs und Shortcut-Buttons.

2. Bilder- und Dateiverwaltung: Das nun standardmäßig vorhandene Einbinden von Bildern verbessert den Workflow. Nutzer können beliebige Größen für ihre Bilder flexibel einstellen.

3. CCK im Core: Der Drupal 7-Baukasten lässt sich beliebig konfigurieren. In das System integriert wurde das Erstellen benutzerdefinierter Felder, die Entwickler systemweit an Inhalte, Nutzerprofile oder Taxonomy-Begriffe anbinden können.

4. Einfaches Update: Drupal 7 reduziert Wartungskosten. Direkt über das Interface lassen sich bestehende Erweiterungsmodule ohne Serverzugang aktualisieren, sowie neue Module oder Themes installieren.

5. RDF: Drupal 7 bringt Vorteile bei der Suchmaschinenoptimierung. Als eines der ersten CMS unterstützt Drupal 7 systemweit semantische Metadaten (RDF), die zunehmend von Suchmaschinen wie Google und Bing (Microsoft) ausgelesen werden.

6. Datenbank-Integration: Drupal 7 lässt sich problemlos in bestehende Systeme integrieren. Über eine neue Datenbank-Schnittstelle, die PHP Data Objects (PDO) Abstraktion verwendet, können Datenbanken wie SQLite, MySQL/ MariaDB und PostgrSQL angebunden werden. Zusätzliche Module integrieren viele weitere Datenbanken wie Oracle oder MS SQL Server.

7. Performance und Skalierbarkeit: Drupal 7 ist schnell und stabil, davon profitieren sowohl komplexe als auch kleine Seiten. Optimiert wurden die Javascript und CSS Aggregierung, sowie das Caching-System.

8. Testumgebung: Ein automatisiertes Testsystem für Programmcode erhöht die Sicherheit von Drupal 7. Die neue Test-Umgebung enthält über 30.000 eingebaute Tests und ermöglicht die kontinuierliche Überprüfung von Patches und zusätzlichen Modulen bereits während der Entwicklung.

9. Distributionen: Programmierer können durch Installationsprofile eine eigene Drupal-Distribution erstellen. Durch eine neue API und die Exportierbarkeit der Seitenkonfiguration können noch mehr Einstellungen in Programmcode überführt werden.

10. Erweiterung: Mit Drupal lässt sich nahezu jedes Webprojekt umsetzen. Version 7 verfügt bereits jetzt über mehr als 800 Module, die einsatzbereit sind oder in aktiver Entwicklung. Darunter sind zentrale Bausteine wie Views, Pathauto oder WYSIWYG. Die Portierung von vielen weiteren Modulen schreitet schnell voran.

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